Wissenswertes
für Konsumentinnen
und Konsumenten

Was ist eine Fälschung? Was heisst Piraterie? 
Wen betriffts?

Unser Factsheet

Warum wird vor dem Kauf von
Fälschungen gewarnt?

Einfuhrverbot

Die Einfuhr von Fälschungen in die Schweiz ist verboten. Der Zoll kann gefälschte Waren einziehen und vernichten, auch wenn es sich „nur“ um ein kleines Souvenir zum Privatgebrauch handelt.

Sicherheitsrisiko

Fälschungen sind qualitativ minderwertig. Die Hersteller kümmern sich nicht um deine Gesundheit und Sicherheit. Gefahr droht überall, namentlich bei Medikamenten, Werkzeugen, Spielsachen und Ersatzteilen.

Kriminalität

Die Fälschungsindustrie ist Teil des organisierten Verbrechens. Mit dem Erwerb von Fälschungen werden Kriminelle unterstützt, denen Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätze egal sind.

Innovationsverlust

Fälscher investieren nicht in Forschung und Entwicklung. Stattdessen klauen sie Ideen und bezahlen für ihr illegal verdientes Geld weder Steuern noch Sozialabgaben. Das schadet der Wirtschaft und vernichtet Arbeitsplätze.

Garantie

Fälscher können bei Garantie- und Haftungsansprüchen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, da sie unbekannt sind.

Was sagt das Gesetz

Das Logo auf deinem Lieblingspulli, das Design einer Handtasche, das Patent im Uhrwerk an deinem Handgelenk oder der Song im Radio: fast alles ist geschützt, sei es durch eine Marke, ein Design, ein Patent oder das Urheberrecht. Auch Herkunftsangaben wie „Swiss“, „Switzerland“, „Geneva“ etc. dürfen nur verwendet werden, wenn sie zutreffend sind.

Fälscher und Piraten halten sich nicht an die Gesetze und kopieren die Arbeit anderer. Das ist verboten und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder sehr hohen Geldstrafe bestraft werden. Handelt der Täter gewerbsmässig, kann die Freiheitsstrafe gar bis zu fünf Jahre betragen. Ausserdem können widerrechtlich hergestellte Gegenstände im Strafverfahren vernichtet werden. Sei es in einer Facebook-Gruppe oder bei Internetauktionen: selbst wenn du als Privatperson eine Fälschung anbietest, machst du dich strafbar.

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Verboten ist aber nicht nur die Herstellung und der Verkauf von gefälschten Waren, sondern auch der private Import von Marken- und Designfälschungen in die Schweiz. Das Gesetz verbietet nebst der Einfuhr ausdrücklich auch die Aus- und Durchfuhr gefälschter Produkte. Der Zoll kann die Fälschungen bei der Ein- oder Ausreise abnehmen und vernichten. Dabei spielt es keine Rolle, ob du „nur“ ein einzelnes Souvenir aus den Ferien oder gleich einen ganzen Koffer mit Fälschungen dabei hast. Darüber hinaus wirst du unter Umständen mit Schadenersatzforderungen des Herstellers konfrontiert.

Das Streaming und der Download von Content (wie Musik, Games, Filme, E-Books und Bilder) für deinen Privatgebrauch ist erlaubt. Was viele aber nicht wissen: bei manchen Tauschbörsen stellst du den anderen Nutzern beim Download automatisch auch deine Medienbibliothek zur Verfügung. Das ist strafbar. Das Upload-Verbot gilt für sämtlichen Content. Der Download und das Kopieren von Computerprogrammen sind ebenfalls verboten, selbst wenn es nur für den privaten Eigengebrauch ist. Wer aus illegalem Upload herunterlädt oder streamt, macht sich nach der überwiegenden Lehrmeinung nicht strafbar. Ob dieses Verhalten gegenüber den Künstlern fair ist, ist keine rechtliche, sondern eine moralische Frage, die jeder Nutzer für sich selbst beantworten muss.

STOP PIRACY ist aufgrund seiner Mitgliederstruktur politisch neutral und kann bei der Rechtsdurchsetzung nicht Partei ergreifen. Für die Schliessung eines Onlineshops mit gefälschter Ware oder einer Tauschbörse sind die (oftmals auch ausländischen) Gerichte zuständig.

Produktekategorien

Von Fälschungen und Piraterie bleibt keine Branche verschont. Die Palette von Fälschungen reicht vom A wie Autobremse bis Z wie Zahnbürste. Alles was Geld bringt wird gefälscht. Nachfolgend findest du mehr Infos zu den einzelnen Produktkategorien.

Wer Medikamente über dubiose Anbieter im Internet bezieht, spielt russisches Roulette. Auf dem Spiel steht deine Gesundheit – im schlimmsten Fall dein Leben. Fälschungen können zu hoch oder zu niedrig dosiert oder gar verunreinigt sein. Gefährlich ist, dass von den notwendigen Wirkstoffen manchmal nicht die geringste Spur vorhanden ist. Stattdessen enthält das Arzneimittel Inhalte wie Cellulose oder Insektizide, die dort nichts zu suchen haben. Selbst wenn diese Produkte als „natürliches, rein pflanzliches“ Heilmittel angepriesen werden, enthalten sie oftmals chemische – bisweilen giftige und in der Schweiz nicht zugelassene – Wirkstoffe.

In den digitalen Medien ist das Urheberrecht ein wichtiges, öffentliches Thema. Im Internet werden oft gedankenlos Werke Anderer verwendet. Man schmückt die eigene Website mit fremden Fotos, lädt Software herunter oder stellt die eigene Musikbibliothek jedermann zur Verfügung. Für die Künstler und Programmierer bedeutet dies finanzielle Einbussen, da man sich ihrer Werke bedient, ohne ihre Arbeit dafür zu entschädigen.

Die Schweiz hat eine starke Uhrenindustrie. Schweizer Uhren sind international bekannt, beliebt und für das Land ein wichtiges Aushängeschild. „Swiss made“ und die renommierte Marke sind für Kunden weltweit ein Gütesiegel, dem sie vertrauen. Wird die Herkunftsangabe „Schweiz“ oder ein Markenname von kriminellen Fälschern missbraucht, schwächt dies nicht nur die Marken, sondern schadet auch dem Ruf der Schweiz als Produktionsland von Qualitätsprodukten.

Marken leben von der Exklusivität. Die Unternehmen stecken viel Geld in Marketing und Werbung für den Aufbau ihrer Marken. Gerade deshalb sind Kleider und Accessoires von bekannten Marken begehrt. Wer sich mit einer billigen Fälschung schmückt, schadet nicht nur dem Luxuslabel, sondern auch dessen Mitarbeitenden und den Zulieferbetrieben. Laut Interpol werden mit Einkünften, die mit dem Handel von gefälschten Produkten erzielt wurden, oft andere illegale Aktivitäten wie Drogen- und Menschenhandel sowie Raub finanziert.

Fallstudie Lacoste für Studenten

Raucher, die sich zum Kauf gefälschter Zigaretten verleiten lassen, bekommen nicht das Produkt, das sie erwarten. Legale Hersteller erfüllen strenge Qualitäts- und Regulierungsstandards. Fälschern ist es egal, was im Produkt vorhanden ist und sie achten bei der Herstellung nicht auf die erforderliche Hygiene. Auch bei E-Zigaretten (Vape) ist Vorsicht geboten: hier droht die Gefahr von gefährlichen Chemikalien.

Immer öfter sorgen Skandale in der Nahrungsmittelbranche für Schlagzeilen. Lebensmittelfälscher kopieren die bekannten Marken, verwenden billige Rohstoffe und produzieren ohne Hygiene- oder Qualitätskontrolle. Das Geschäft mit gefälschten oder gepanschten Lebensmitteln ist lukrativ und die Mafia mischt kräftig mit. Das organisierte Verbrechen wirkt entlang der gesamten Nahrungsmittelkette, von der Landwirtschaft über die Produktion bis zur Verpackung und Vermarktung von gefälschten Lebensmitteln.

Schokolade und andere Nahrungsmittel aus Schweizer Produktion sind weltweit beliebt. Wer eine Toblerone kauft, verlässt sich darauf, dass diese tatsächlich vom Originalhersteller stammt. Mit südamerikanischer Toblerone, Greyerzerkäse aus Indien oder Aceto Balsamico di Modena, der statt aus Norditalien aus Asien stammt, schädigen sie die Wirtschaft und gefährden die Konsumenten.

Würdest du in ein Flugzeug mit gefälschten Ersatzteilen sitzen? Oder an deinem Auto ungeprüfte Winterpneus montieren? So unwahrscheinlich es auch klingen mag, heute werden längst auch solche Produkte illegal kopiert. Wenn Produkte wie Niederstromschalter, Kettensägen oder Handyakkus gefälscht werden, ist das Sicherheitsrisiko programmiert. Fälscher handeln anonym und entziehen sich als Kriminelle sämtlichen Kontrollen. Die Käufer wiegen sich in falscher Sicherheit und die Namen der Originalhersteller werden für mangelhafte und gefährliche Fälschungen missbraucht.

Kunstfälschungen sind ein lukratives Geschäft. Geschädigt werden nicht nur Künstler und Sammler, sondern auch die Öffentlichkeit, weil es Fälschungen bis ins Museum schaffen. Jährlich verdient das organisierte Verbrechen weltweit mehrere Milliarden Franken mit gefälschten Kunstwerken. Die Internationalisierung des Kunstmarktes, die geringen Herstellungskosten, die Erhöhung der Preise von Originalwerken und das Internet tragen zur Verbreitung der Fälschungen bei.

Weitere Fragen zu Fälschung und Piraterie?

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