Pharma-Fälschung
Wie gross ist die Gefahr von Medikamentenfälschungen in der Schweiz?
Im Sommer 2008 wurden vom Schweizer Zoll 34 Erektionsförderer beschlagnahmt und vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic analysiert. Alle waren illegal: bei 18 Präparaten (rund 50%!) handelte es sich um Fälschungen, bei denen Angaben zu Namen, Hersteller oder Wirkstoffmenge falsch waren; die 16 restlichen Medikamente waren Nachahmerpräparate von denen kein einziges über die erforderlichen Informationen zu Risiken und Anwendungseinschränkungen verfügte. Auch der Bezug von Arzneimitteln aus dubiosen Quellen innerhalb der Schweiz ist riskant, Swissmedic wies z.B. im August 2008 nach, dass illegal in der Schweiz vertriebene, vermeintlich rein pflanzliche Potenzmittel einen potentiell lebensgefährlichen Wirkstoff enthielten.
Bei Bezug von Medikamenten aus legalen Quellen wie Apotheken, Drogerien und in gewissen Kantonen Arztpraxen besteht in der Schweiz keine Gefahr, Medikamentenfälschungen zu erhalten.
„Unsere Laboranalysen haben eindeutig bewiesen: wer aus unsicheren Quellen Medikamente bezieht, riskiert in hohem Masse seine Gesundheit. Wir können nur immer wieder eindringlich vor dem Medikamentenbezug im Internet warnen und allen Patientinnen und Patienten dringend empfehlen, Medikamente nur über die legalen Vertriebswege zu beziehen.“ Karoline Mathys, Leiterin des Bereichs Marktüberwachung des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic.
Weshalb wird vor dem Medikamentenbezug im Internet gewarnt?
Leider nimmt mit wachsenden Angeboten die Bereitschaft zu, Medikamente aus dem Ausland über Internet zu beziehen. Bei solchen Bezügen ist das Risiko sehr gross, ein gefälschtes Medikament zu erhalten. Im Internet werden zahlreiche gefälschte, ungeprüfte, verfallene, qualitativ schlechte und wirkungslose Arzneimittel oder rezeptpflichtige Präparate ohne ärztliche Verschreibung angeboten. Oft werden irreführende Versprechungen über die positiven Wirkungen, jedoch keine Angaben zu möglichen Risiken gemacht. Aufgrund der ungenügenden, oft gefährlichen Qualität riskiert jeder, der Medikamente über Internet bestellt, seine Gesundheit.
„Bei gefälschten Luxusgütern, wie Uhren, Taschen oder Kleider entsteht wirtschaftlicher Schaden für die Unternehmen und Frust für die Konsumenten, die einen hohen Preis für die vermeintlichen Markenprodukte bezahlt haben. Bei gefälschten Medikamenten hingegen geht es um Sicherheit und im schlimmsten Fall um das Überleben von Patienten. Die Pharmaindustrie in der Schweiz beteiligt sich aktiv an einer europäischen Lösung zur lückenlosen Arzneimittel-Rückverfolgung und Authentizitäts-Prüfung. Sie unterstützt Massnahmen, welche die Bevölkerung auf die Gefahren des Internethandels mit Medikamenten aufmerksam machen.“ Thomas B. Cueni, Generalsekretär Interpharma.
Was kann ich tun um mich gegen gefälschte Arzneimittel zu schützen?
Wenn Sie sich krank fühlen, medizinische Beratung oder ein bestimmtes Arzneimittel benötigen, wenden Sie sich an eine Fachperson. In den legalen Distributionskanälen der Schweiz (Apotheken, Drogerien und in gewissen Kantonen auch die Arztpraxen) sind bislang keine gefälschten Arzneimittel gefunden worden. Benutzen Sie dieses verlässliche und gut zugängliche Netz in der Schweiz für Ihren Arzneimittelbezug und die dazugehörende medizinische Beratung.
„Die Betroffenen sind sich meist zu wenig bewusst, welche Risiken sie beim Kauf über Internet eingehen. Die Apotheke setzt beträchtliche Mittel ein, um einen sicheren Medikamentenbezug zu gewährleisten. Hier setzt das Projekt STOP PIRACY ein, das in 520 Apotheken der Schweiz in der Woche vom 20.-25. Oktober Information und Beratung offeriert. Am Samstag, den 25. Oktober, können sich Kunden über die Risiken Ihrer online gekauften Medikamente aufklären lassen.“ Dominique Jordan, Präsident pharmaSuisse.
Medikamente aus dem Internet sind gefährlich! Gehen Sie auf Nummer sicher: Ihre Apotheke.
Links: Swissmedic Leitfaden „Arzneimittel & Internet“; Homepage Swissmedic, Homepage pharmaSuisse, Homepage Interpharma.

