Branchen
Betroffene Wirtschaftssektoren
Von Fälschung und Piraterie bleibt grundsätzlich kein Wirtschaftszweig verschont. Die Palette gefälschter Produkte reicht von Arzneimitteln und Ersatzteilen über Compact Discs bis hin zu Lebensmitteln und Kosmetika.
Unterhaltung und Software
Die Unterhaltungsindustrie ist von der Fälschung und Piraterie schwer betroffen. Die Business Software Alliance (BSA) schätzt den Schaden, den die Computerindustrie aufgrund der Piraterie ihrer Produkte 2004 erlitt, auf 386 Millionen Franken. Gemäss der Schweizerischen Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (SAFE) erleidet die Audiovisionswirtschaft jährlich einen Umsatzverlust von bis zu 90 Millionen Franken.
Nahrungsmittel und Industrie
Auch die Nahrungsmittelindustrie und die produzierende Industrie sind mit der Fälschung ihrer Produkte konfrontiert. Betroffen sind nicht nur international bekannte Nahrungsmittelkonzerne und Maschinenbauer, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Hersteller von Produkten mit geografischer Ursprungsbezeichnung (oder Herkunftsangaben im Allgemeinen). In der produzierenden Industrie werden meist Einzel- oder Ersatzteile gefälscht, teilweise aber sogar ganze Maschinen.
Luxusgüter, Tabak und Markenschmuck
Vom Problem besonders schwer betroffen sind die Luxusgüter- und Tabakindustrie: vor allem Markenartikel sowie Designprodukte wie Kleidung, Accessoires, Parfums, Kosmetika oder Raucherwaren werden besonders oft gefälscht. Am stärksten ist die Uhrenindustrie betroffen: der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie schätzt ihren Jahresverlust auf 800 Millionen Franken.
Pharma
Auch Heilmittel werden gefälscht. Bisher sind in der Schweiz in den offiziellen Vertriebskanälen keine Fälschungen von Medikamenten bekannt. Bei Bestellungen von Medikamenten übers Internet ist aber das Risiko gross, gefälschte Produkte zu erhalten, da sich dieser Distributionskanal der Kontrolle der Behörden weitgehend entzieht. In Europa ist eine starke Zunahme von Arzneimittelfälschungen zu beobachten. So wurden im Jahr 2007 laut EU-Statistik 51% mehr Medikamente am Zoll sichergestellt als noch ein Jahr zuvor. Die Fälschungen betreffen nicht mehr nur sogenannte Lifestyle-Produkte (z.B. Erektionsförderer, Schlankheitsmittel) sondern auch Hormonpräparate, Antibiotika und andere rezeptpflichtige Medikamente. Mitunter die folgenschwersten Probleme stellen sich in Entwicklungsländern. Dort werden lebenswichtige Medikamente wie z.B. Antibiotika, Antimalaria und andere spezifisch dort eingesetzte Medikamente gefälscht. Gemäss Schätzungen der WHO könnte etwa 1% der Medikamente in entwickelten Ländern gefälscht sein, bis zu über 10% in Entwicklungsländern. Medikamente, die illegal über das Internet verkauft werden, sind zu über 50% gefälscht (Factsheet WHO 2006). Die Herstellung und der Handel von gefälschten Medikamenten ist ein internationales Problem und stellt ein grosses Risiko für die Gesundheit jedes Einzelnen dar.
Bildagenturen
Viele Fotografen werden um die Früchte Ihrer Arbeit gebracht. Wer unerlaubt Bilder scannt, kopiert, auf das Internet stellt oder herunterlädt, verstösst gegen das Urheberrecht, das die kreative Arbeit der Werkschaffenden schützt. Interessante und auch für den Laien verständliche Informationen können auf URHEBERRECHT.CH oder über die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Bild-Agenturen – und Archive SAB bezogen werden.
