Fälschung & Piraterie
Ob Kunst, Handwerk oder Markenartikel: Wer sich mit seinen Produkten vom Üblichen, Alltäglichen abhebt, ist seit jeher Zielscheibe von Kopierern oder unberechtigten Nutzern. Das Phänomen der Fälschung und Piraterie hat mittlerweile weltweit beunruhigende Ausmasse angenommen. Schweizer Unternehmen sind immer häufiger Opfer von Nachahmern, insbesondere auf den europäischen und asiatischen Märkten. Grundsätzlich bleibt kein Wirtschaftszweig verschont: Uhren, Software, Musik, Filme, Bilder, Medikamente, Nahrungsmittel und sogar Maschinen – alles wird gefälscht oder unerlaubt kopiert, insbesondere bei leichter Verfügbarkeit über das Internet. Die Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft sind verheerend:
Finanzieller Schaden
Schätzungsweise zwei Milliarden Franken Schaden erleidet die Schweizer Wirtschaft jährlich wegen Fälschung und Piraterie. Der weltweite ökonomische Schaden wird auf mehrere Hundert Milliarden Franken pro Jahr geschätzt. Wichtiger als solche Zahlen ist aber der Umstand, dass Fälschungen und Raubkopien das Anreizsystem des Geistigen Eigentums untergraben und damit Investitionen in Innovationen hemmen – auch in den Herkunftsländern der Fälschungen.
Verlust von Arbeitsplätzen
Produktpiraterie vernichtet Arbeitsplätze, dies in erster Linie in den Herkunftsländern der Originalprodukte. Laut einer Schätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 1998 haben Fälschungen und Raubkopien in Europa und in den USA rund 200’000 Arbeitsplätze vernichtet. Die Zahl gefälschter und illegal kopierter Güter ist seither stark gestiegen. Es ist also davon auszugehen, dass bis heute bereits ein Vielfaches dieser Anzahl an Arbeitsplätzen vernichtet worden ist. Die Schweiz als Herkunftsland von hochwertigen Originalprodukten ist davon besonders stark betroffen: Unsere Volkswirtschaft, unsere Arbeitsplätze und unser Wohlstand basieren auf Innovationen mit hoher Wertschöpfung. Die Rechte des Geistigen Eigentums schützen Innovationen und sind damit ein zentraler Anreiz für Investitionen. In den Herkunftsländern der Fälschungen hemmt die Fälschungstätigkeit die Bildung von Anreizstrukturen für Investitionen in Bereiche mit hoher Wertschöpfung und qualifizierten, gut bezahlten Arbeitsplätzen. Damit schadet die Fälschungsindustrie der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder.
Gefährdung der Konsumenten
Gefälschter Waren sind häufig von minderwertiger Qualität. Je nach Produkt können sie sowohl die Sicherheit wie auch die Gesundheit der Konsumenten gefährden; insbesondere bei:
- Heilmitteln (Medikamente und Medizinprodukte)
- mechanischen und computergesteuerten Ersatzteilen (z.B. Autozubehör)
- Lebens- und Genussmitteln
- Kinderspielzeug (das z.B. überdurchschnittlich mit Chemikalien belastet ist)
- Parfum, Kosmetika und Pflegeprodukten (kann zu Hautirritationen führen)
